47: Jeff Jarvis über Journalismus im Internet-Zeitalter

Jeff Jarvis hielt sich am 11. September 2001 in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers in New York auf, als die beiden Flugzeuge in die Doppeltürme stürzten. Um seine Erlebnisse zu teilen und zu verarbeiten, begann er kurz entschlossen, darüber zu bloggen, und diese Bloggerei—anfänglich lediglich auf ein paar Wochen angelegt—veränderte Jarvis’ Sicht auf die Medienwelt des 21-ten Jahrhunderts grundlegend.

“News-Medien werden schrumpfen. Punkt!”, sagt Jeff Jarvis im Interview. Außerdem äußerst Jarvis sich im Gespräch über Verlage, die Web-Communities kaufen, die veränderte Beziehung zwischen Medien und der Öffentlichkeit und erklärt, warum es seiner Meinung nach für Journalisten ein Fehler ist, Social Networks zu ignorieren.

Links: Buzzmachine (Jeff Jarvis’ Blog), Interview mit Jeff Jarvis in der ZEIT, Wikipedia über Jeff Jarvis (englisch)

In eigener Sache: Ja, hier war es in letzter Zeit ausgesprochen ruhig, was in allerkeinster Weise heißt, dass ich den Müßiggang als neue Lebensphilosophie entdeckt habe. Vielmehr werkeln wir hier im Hintergrund an einer Weiterentwicklung und Neuausrichtung des Projekts “Elektrischer Reporter”. Sobald alle trockenen Tücher festgezurrt sind, werden wir Sie, verehrte Zuseher, natürlich umgehend informieren, bis dahin geht es hier vorläufig im 14-Tage-Rhythmus weiter. Vielen Dank für Ihr Verständnis und für Ihre Geduld!

7. May 2008 | Link | Versenden | Einbetten |
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Kommentare:

Ein grossartiges Interview!

Kommentar von LD, geschrieben am 7.5.2008.

In der Tat, tolle Arbeit.

Kommentar von Sebastian, geschrieben am 8.5.2008.

Was Jarvis sagt, klingt ein bisschen so, als habe der Journalismus noch vor sich, was die Psychologie gerade durchmacht. Die Psychologie beschäftigte sich rund 100 Jahre lang praktisch nur mit dem Krankhaften und Abnormalen, kurz: mit dem Negativen. Erst vor wenigen Jahren reifte die Erkenntnis, dass das Positive nicht einfach das Gegenteil des Negativen ist. Es hat eine völlig andere Struktur. So entstand die Positive Psychologie. Seligman und andere leisten Großartiges, um mehr über die Struktur erwünschter Zukünfte zu erfahren.

Wie revolutionär das Ganze ist, begreift man erst, wenn man sich vor Augen hält, wie neu dieser Ansatz ist. Viele Psychologen haben diese Entwicklung noch gar nicht auf dem Schirm. Klar, sie kam ja im eigenen Studium auch nicht vor. Jarvis’ Kommentar lässt mich vermuten: Was gerade in der Psychologie passiert, wird demnächst wohl auch im Journalismus stattfinden. Vorausgesetzt, die Journalisten trauen sich.

cool hmm

Kommentar von Stephan Meyer, geschrieben am 9.5.2008.

Was im Interv. ein wenig hinten runterfällt, sind die klassischen gesellsch., demokratietheoretischen Funktionen von Journalismus, die neuerdings ja keineswegs unwichtiger werden. Richtig ist aber die Betonung des diskursiven und deliberativen Charakters von Blogkommunikation, der im besten Fall demokratiefördernd wirken kann. Auch deshalb sind Weblogs für Journalisten wichtig (bsp. als Recherchequelle).

Kommentar von Martin Welker, geschrieben am 9.5.2008.

was gibt es gegen müßiggang als lebensphilosophie auszusetzen? wink

Kommentar von Skylarking, geschrieben am 11.5.2008.

sehr interessante ansichten.
aufschlussreiches interview!

Kommentar von T.M., geschrieben am 14.5.2008.

Hier was ich meinem Bruder und einem sehr guten Freund schrieb, nachdem ich das Video gesehn hatte:

Ihr, die Ihr das Handwerk des Medien- und Kommunikationswissenschaftlers erlernt, die Ihr schon bald erfolgreich Euer erstes Studium abschließt, lasst Euch von einem Euch gut gesonnenen, nicht viel älteren und noch weniger weisen Weltenbummler ein Video empfehlen.

Nach der Arbeit war ich heute mit meiner Mitbewohnerin und Masterstudentin der Geschichte mit Nebenfach Medienwissenschaft zusammen gesessen.
Ich erklärte ihr meine Sicht der Dinge wie die Lebens- und Arbeitswelt, die uns alle erwartet, aussehen wird und die wunderbaren und einzigartigen Möglichkeiten, die uns unsere Zeit bietet.

Wir kamen auch auf Medienwissenschaflter, Kommunikationswissenschaftler, Journalisten, PR-Agenten, Mediendesigner und ihre Tätigkeiten, als Selbstständige und auch nicht, zu sprechen.
Ich erklärte, dass meiner Ansicht nach jeder Absolvent dieser Fachgebiete, mehr als jemals zuvor in der Menschheits- und Mediengeschichte, das durch die Umstände schon in seinen Händen liegende Glück zusammen mit etwas Mut nehmen und mit dem Schmieden anfangen sollte.

Ohne weitere Worte: http://www.elektrischer-reporter.de/index.php/site/film/59/

Jede Frage die Ihr habt, jede Hilfestellung die Ihr braucht: der Rest der Welt und ich sind am Start.

Danke für dieses Interview!

Kommentar von Ben, geschrieben am 21.5.2008.

Ich fand das Interview gut und sehr interessant; Ich glaube an diese neue Art des Journalismus und glaube auch, dass sich Journalismus neu definieren muss. Web 2.0 und die Möglichkeiten neuer Computer, Camcorder, die man immer mit sich führen kann, Handykameras, all das macht Tausende Menschen zu Quasijournalisten, die durchaus zum Teil große Erfolge vorweisen können.

Wer etwa heute einen einigermaßen brauchbaren Film bei YouTube einstellt, kann bereits mit Tausenden von Zuschauern rechnen. Für einen Journalisten, der sich für unterschiedlichste Facetten und Ansichten eines Themas interessiert, ist das genial. Er trägt diese Facetten zusammen, erzeugt von Dutzenden von Laienjournalisten,  und bildet einen Knotenpunkt, von dem aus man sich zu den verschiedensten Ecken des Themas bewegen kann. Für mich klingt das wie eine ausgesprochen spannende Aufgabe. Die Berichterstattung als Aufgabe des Journalisten wird nicht verdrängt, aber ergänzt.

Ne leeve jrooß von

Ansgar

Kommentar von Ansgar, geschrieben am 26.5.2008.

Der Idee von Jeff Jarvis folgend…

http://www.wecowi.net

Einfach und Vernetzt, bloggen, Nachrichten verfassen, Bilder zur verfügung stellen.
Das alles mit den Mitteln des “Web 3.0”

Semantic… für die best mögliche Vernetzung

Kommentar von DaSch, geschrieben am 28.5.2008.

Blogs sollten von den „klassischen“ Medien nicht ignoriert werden. Deren Ende sehe ich durch Blogs aber noch nicht mal ansatzweise kommen. Gerade bei den Blogs gibt es zwar Licht, doch aber auch sehr viel Schatten. Außerdem lässt sich bei Blogs auch der Wahrheitsgehalt der Information nur bedingt überprüfen. Da genießen andere Medien bei mir häufig dann doch mehr Vertrauen.

Kommentar von Ingolf, geschrieben am 31.5.2008.

Die News-Medien werden nicht schrumpfen. Sie werden sich lediglich verändern, indem sie zum Beispiel andere Verbreitungswege haben werden. Auf vielen Web-Ausgaben der klassischen Printmedien werden die Nachrichten inzwischen mit Videos angereichert. So verwischt die Grenze zwischen Printmedien und elektronischen Medien zunehmend. Rückläufig dürften allerdings die auf Papier gedruckten Printmedien sein. Mit dem Internet haben sie aber einen neuen Vertriebskanal. Aber auch andere Wege sich zu finanzieren. Für News im Internet will nämlich keiner was bezahlen.

Kommentar von Frank, geschrieben am 22.8.2008.

Na Super jetzt frag ich mich wieso ich das Video nicht Abspielen kann hmm.. könnt ihr mir helfen thx.

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Kommentar von senf, geschrieben am 1.9.2008.

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