Fabbing: Ich drucke mir meine Welt

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Der Makerbot ist die kleinste und billigste Fabrik der Welt. Mit einem Baukasten, der nur wenige hundert Dollar kostet, kann sich jeder diesen so genannten Digital Fabricator basteln und ohne große Vorkenntnisse beliebige Objekte herstellen. Plötzlich unterliegen reale Gegenstände den selben Gesetzen wie digitale Güter: Droht den Herstellern von Gebrauchsgegenständen und Ersatzteilen das gleiche Schicksal wie der Musikindustrie? Schon bald könnten massentaugliche 3D-Drucker analog zum Papierdrucker neben jedem Schreibtisch stehen. Die Do-it-youself-Fabriken sind angeschlossen an Online-Communities wie dem Thingiverse, in denen Baupläne getauscht, diskutiert und verbreitet werden.


Mitwirkende: Bre Pettis, Philipp Tiefenbacher, Andreas Neef, Ronen Kadushin, Janne Kyttänen; Autoren: Tobias Moorstedt, Mario Sixtus; Kamera: Julius Endert, Andreas Proß; Schnitt: Dominic Kennedy, Arne Bönninghoff; Sprecher: Petra Bröcker, Torsten Altenhöner; Zeichnungen: Johannes “Beetlebum” Kretzschmar; Bildredaktion: Theresa Schwär; Studio-Konstruktion: Axel Ganz; Titelmusik: Mario Sixtus; Musik: Lego, Tradmark, Serphonic, Miguel Herrero, Ehma; Bildmaterial: Internet Archive, Prelinger Archive; Redaktion ZDF: Bernhard Fritsch, Peter Wagner; Produktion: Blinkenlichten Produktionen im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit Handelsblatt.com; (c) 2010 ZDF, (cc) by-nc-sa

19.02.2010 | Link/Einbetten | Kommentare [21] | Versenden | Bookmark:      

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Kommentare:

Allerdings bedeutet das noch mehr Plastik ... So ein Teil für Holz wäre sehr nett (also quasi ein open-source-fräser)

Kommentar von Frankyboy, geschrieben am 19.2.2010.

Wow, das ist genial! Da scheint ja Kollege Holm Friebe nicht schlecht recht gehabt zu haben. Das ende der Massenproduktion. Ich fänd's spitze!

Finde auch man sollte den cradle to cradle Gedanken von 100% upcycling Fähigen Produkten gleich mit einbauen. Aber ich denke mal es wird schon allein deshalb nachhaltiger weil Selbstgedrucktes eh spannender ist als gekauftes Gut und man länger was davon hat. Und man ist sicher auch mit einfarbigen Produkten zufrieden und muss kein bleihaltiges Hochglanzschwarz nehmen.

Klasse elektr. Reporter Danke @sixtus!

Kommentar von Jörn Hendrik Ast, geschrieben am 19.2.2010.

Das Plastik gibt mir auch zu denken.

http://info-agent.blogspot.com/2010/01/plastik-uber-alles-eine-welt-aus.html

Da bleibt uns nur zu hoffen, dass Alternativstoffe verfügbar sind, wenn solche Drucker vom Mainstream entdeckt werden.

"Bleiben Sie uns gewogen." Oh mann. xD

Kommentar von Ich, geschrieben am 19.2.2010.

Neuerdings kann man mit den Makerbots auch Polyacide (PLA) verwenden. Diese sind umweltverträglich und verrotten einfach.

http://de.wikipedia.org/wiki/Polylactide

http://blog.makerbot.com/2010/01/09/bio-friendly-plastic-for-your-makerbot-polylactic-acid/

Kommentar von Flo, geschrieben am 19.2.2010.

interessanter beitrag

Kommentar von robert, geschrieben am 19.2.2010.

Mal ne Frage: Wo bekommt man eigentlich diese US Propagandafilme, die im ElRep verwendet werden? Gibts da eine Webseite?

Zum Thema:
Wow, coole Vorstellung. Was man damit alles machen koennte...
Danke, dass Ihr mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hab.

Florian

Kommentar von florian, geschrieben am 19.2.2010.

@Florian Kuckst Du in den Credits oben: http://www.archive.org

Kommentar von Mario Sixtus, geschrieben am 19.2.2010.

@Mario Sixtus Danke

Kommentar von florian, geschrieben am 19.2.2010.

Sorry, but what is this track which starts grooving at 02:13? I believe it's creative commons music... Thanks!

Kommentar von [in]anace, geschrieben am 19.2.2010.

Sehr cool, v.a. wenn man sich damit auch schon heute sein iPad ausdrucken kann...

Ciao
Johannes

Kommentar von Johannes, geschrieben am 20.2.2010.

Wir sollten nicht vergessen, dass diese Produktionsform zum gegenwärtigen Zeitpunkt deswegen schon "so gut" funktioniert, weil Arbeiter mit sehr bescheidenen Gehältern die günstige Hardware liefern, die über Seiten wie Alibaba.com in die Reichweite von kleinen Unternehmern gelangt.

Selbst bei überragendem Erfolg "der Bewegung" würde ich nur von einer Gefährdung kapitalistischer Strukturen sprechen. Es erschließen sich lediglich erstmals Lieferketten für Klein- und Kleinstunternehmer, die bislang nur Großunternehmen offenstanden.

Was die Produktionsmittel angeht, müssen wir weiterhin unterscheiden zwischen immateriellen Gemeingütern (also z.B. Bauplänen unter CC Lizenzen) und klassischen privaten Gütern (Hardware).

Veröffentliche ich einen Bauplan für ein Objekt, das mit einem MakerBot erstellt werden kann, unter CC Lizenz, trage ich zum Wachstum der digitalen Allemende bei d.h. jeder Lizenznehmer kann diesen Bauplan verwenden, um mit dem eigenen MakerBot ein entsprechendes Objekt zu erstellen.

Das Objekt hat aufgrund des Materialeinsatzes allerdings die Eigenschaften eines privaten Gutes (http://www.shapeways.com/gallery) bzw. kann aus ökonomischer Sicht so beurteilt werden (auch und gerade wenn es unter einer sehr freien CC Lizenz steht - http://de.wikipedia.org/wiki/Privates_Gut).

Folglich stehen wir vor einer (noch kleinen) industriellen Revolution, wie Chris Anderson ganz richtig feststellt (http://www.wired.com/magazine/2010/01/ff_newrevolution).

Hingegen ergibt sich eine soziale Revolution aus dieser Entwicklung allenfalls mittelbar und hängt von ganz anderen Prozessen ab, deren Zustandekommen wir nicht einfach forschrittsoptimistisch herbeireden können.

Schon weil Visionen, die zahlreiche technische Fähigkeiten, Startkapital, schnellen Internetzugang und interkulturelle Kompetenz voraussetzen, nicht unbedingt massenkompatibel scheinen (höchstens für den elitären Teil der Informationsgesellschaft zu dem ich wohl auch gehöre).

Ich plädiere dafür, diese Prozesse als das zu sehen, was sie sind: Strukturelle Veränderungen des kapitalistischen Systems, die eher mit den Theorien Josef Schumpeters beschrieben werden können (http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Schumpeter), als mit denen Karl Marxs.

Selbst wenn man anderer Meinung (und z.B. wesentlich optimistischer) ist, versteht man dieses Phänomen so sicherlich besser.

Kommentar von Markus, geschrieben am 20.2.2010.

Ich warte noch auf den NextGenMakerbot. Dann kann ich für meine Kinder Meerschweinchen ausdrucken.

Kommentar von michael, geschrieben am 20.2.2010.

kuckst du da:
http://openthefuture.com/2006/12/bioprinters_vs_the_meatrix.html

Mmmh Meerschweinchen wink

Kommentar von ogre, geschrieben am 21.2.2010.

Es gibt nicht nur den Makerbot.
Das Grundkonzept ist unter RepRap.org zu finden.
Fertige Bausätze vertreibt beispielsweise das englische Unternehmen BitfromBytes.com
Ein wenig anderes Konzept findet man unter fabathome.com

Kommentar von Carl Fruth, geschrieben am 21.2.2010.

hab den videobeitrag zwar noch nicht gesehen(werd ich morgen nachholen smile ) aber hier noch 2:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Haeuser-ausdrucken-statt-mauern-789972.html

genauso gibt es auch schon erste drucker um ganze funktionierende schaltkreise zu drucken. war auch mal irgendwo ein artikel bei heise..

Kommentar von leser, geschrieben am 21.2.2010.

Sehr viel Potenzial!
Die 3D-Drucker sind mir bisher nur im Zusammenhang der Erstellung künstlicher Organe aufgefallen, dies jedoch schon vor einiger Zeit: schnell mal gegooglet : http://www.youtube.com/watch?v=QhBNVU3dMNA

Kommentar von Christian Strietzel, geschrieben am 24.2.2010.

Noch cooler: ein 3-D Drucker, der Zuckerskulpturen druckt!

http://www.candyfab.org/

Kommentar von Patrick Woryna, geschrieben am 26.2.2010.

Fabbing bitte nicht mit fapping verwechseln!

Beim ZDF werden Fachbegriffe nämlich gerne mal in den Nachrichten verwechselt wink

Kommentar von Bernd, geschrieben am 27.2.2010.

"ohne große Vorkenntnisse". Das kann ich nur teilweise unterschreiben. Das trifft auf einfach Dinge sicherlich zu. Aber einige Dinge brauchen dann schon eine erhebliche Einarbeitungszeit von mehreren Wochen.

Aber die neuen Generationen scheinen ja immer besser zu werden. Alles in allem eine sehr coole Sache. Bleibt nur zu hoffen, dass sich solche Ideen in Zukunft vermehrt durchsetzen.

Kommentar von Harper Hill, geschrieben am 1.3.2010.

Das Prinzip ist großartig, die anfallende Plastikschwemme könnte verheerend werden. Wirklich revolutionär wären diese Maschinen, wenn sie funktionieren wie in Neal Stephensons Roman "Diamond Age": Da zerlegen sie jedes beliebige Objekt in seine Grundbausteine, um daraus etwas beliebig Neues zu gestalten.D.h., die Besitzer solcher Haushaltsgeräte werfen oben ihren Hausmüll hinein und unten kommt ein schickes neues Desigerhemd raus.

Kommentar von Peter Ludewig, geschrieben am 14.3.2010.

Hoffentlich ein dauerhaftes Projekt für 3-D-Objekte unter http://www.myfab.de

http://www.rechtsanwaltmoebius.de/presse/myfab_verklagt_web-designer_auf_loeschung_von_myfab.de.html

Kommentar von Ralf Möbius, geschrieben am 19.3.2010.

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